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Fachtagungen 2021

„Die Gesundheit älterer Menschen in Kommunen kreativ gestalten – wissen warum“

(Oldenburg, 20. April 2021 / Erfurt, 11. Mai 2021)

Die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. veranstaltete im Rahmen des Projekts „Im Alter IN FORM“ am 20. April 2021 für die Region Oldenburg sowie am 11. Mai 2021 für die Region Erfurt die Fachtagung „Die Gesundheit älterer Menschen in Kommunen kreativ gestalten – wissen warum“. Beide Regionaltagungen wurden aus Gründen des Infektionsschutzes als Online-Seminar durchgeführt.

    Bei den Online-Seminaren haben Expertinnen und Experten aufgezeigt, welche Einflussgrößen die Gesundheit im Alter bestimmen können. Ebenfalls wurde erörtert, auf welche Weise das Wohlbefinden älterer Menschen im Rahmen der Seniorenarbeit gefördert werden kann.

    „Seniorenarbeit und Gesundheitsförderung – Wie passt das zusammen?“ war Thema der gemeinsamen Diskussion mit den Teilnehmenden der Tagung, darunter haupt- und ehrenamtliche Akteure in der Kommunalpolitik, zuständige Fachkräfte für Seniorinnen und Senioren sowie für Gesundheit in der Kommunalverwaltung und Verantwortliche und Akteure der Zivilgesellschaft, aus Wohlfahrtsverbänden, Kirchengemeinden, Sport- und Selbsthilfevereinen.

    Arbeitsgruppen im Rahmen der beiden Fachtagungen beschäftigten sich mit den Themen „Förderung einer leckeren und nährstoffreichen Verpflegung in der Seniorenarbeit“ und „Lieblingsgerichte lecker und gesund – aber wie?“

      Dokumentation

      Die Dokumentation umfasst die Programm-Flyer der beiden Online-Seminare, eine einführende Präsentation zu den Zielen und Inhalten des Projekts „Im Alter IN FORM“ sowie die Fachbeiträge der teilnehmenden Expertinnen und Experten.

      Fachbeiträge

      Im Alter IN FORM – ausgewogene Ernährung, mehr Bewegung und aktive soziale Teilhabe in Kommunen fördern

      Fachbeitrag von Prof. Dr. Andreas Simm, Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Altern in Halle, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
      (Online-Seminar, 11. Mai 2021)

      Zu Beginn seines Vortrags stellte Prof. Dr. Andreas Simm die Frage in den Raum: „Können wir das Altern beeinflussen?“ Seine Antwort: „Die Umwelt, der Zufall und wir selbst sind verantwortlich! Was jeder selbst beeinflussen kann, ist Ernährung und Bewegung.“ Im Anschluss ging er auf die Risiken ernährungsbedingter Erkrankungen und mögliche Folgen von Bewegungsmangel (z.B. kardiovaskuläre Erkrankungen) ein. Seine Empfehlung: mehr Vollkornprodukte, einseitige Diäten vermeiden. Genießen Sie Ihr Essen! Gegen Bewegungsmangel sei Sport prinzipiell gut, wichtig dabei sei, sich nicht zu überanstrengen. Besonders empfehlenswert sei Tanzen, auch aufgrund positiver kognitiver Effekte. Ausführlich nahm er zum Thema „Soziale Teilhabe in Kommunen“ Stellung. Um Einsamkeit, Isolation und soziale Ausgrenzung im Alter zu überwinden, müsse älteren Menschen mehr Partizipation ermöglicht werden. D.h. Informieren, Mitwirken, Mitentscheiden, Selbstverwalten – Planen nicht für Senioren, sondern mit den Seniorinnen und Senioren.

      Abschließend gab Prof. Simm den Teilnehmenden der Fachtagung sieben „Goldene Regeln zum gesunden Altern“ mit auf den Weg:

      1) Aktivität,
      2) richtige Ernährung,
      3) geistige Flexibilität,
      4) Freundschaften,
      5) Optimismus,
      6) Vorsorge,
      7) Nicht rauchen!

      Er endete mit einem Zitat von Ingmar Bergmann: „Älter werden ist, wie auf einen Berg steigen; je höher man kommt, um so mehr Kräfte sind verbraucht; aber um so weiter sieht man.“

        Lebensqualität älterer Menschen fördern durch ausgewogene und köstliche Mahlzeiten

        Fachbeitrag von Theresa Stachelscheid,
        Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)

        Theresa Stachelscheid stellte die Ziele des DGE-Projektes „Fit im Alter – Gesund essen, besser leben“ vor. Anhand der vier Dimensionen der Ernährung (kulturelle, physiologische, emotionale und soziale Dimension) erläuterte sie, welche Bedeutung Essen und Trinken zur Erhaltung des körperlichen und emotionalen Wohlbefindens älterer Menschen haben.

        Ausführlich ging sie auf die Frage ein, welche Lebensmittel wie häufig im Speiseplan eingesetzt werden sollten, um ein möglichst nährstoffreiches Verpflegungsangebot für ältere Menschen zu schaffen.

          Sie erläuterte die „10 Regeln der DGE“ für eine vollwertige Ernährung und stellte die wesentlichen Inhalte des „DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung mit ‚Essen auf Rädern‘ und in Senioreneinrichtungen“ vor. Ziel dieses Qualitätsstandards ist es, Verpflegungsverantwortliche bei der Gestaltung einer gesundheitsfördernden und nachhaltigen Verpflegung zu unterstützen.

          Download der Präsentation von Theresa Stachelscheid

            Durch Bewegung die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit erhalten und verbessern

            Fachbeitrag von Dr. Gudrun Paul,
            Deutscher Turner-Bund e.V. (DTB)

            Dr. Gudrun Paul erläuterte in ihrem Vortrag, wie die Leistungsfähigkeit älterer Menschen durch Bewegung gestärkt werden kann. Sie betonte: „Der Alterungsprozess ist unaufhaltsam – er spiegelt sich sowohl im Bereich der körperlichen als auch geistigen Fähigkeiten wider. Aber die gute Nachricht: wir können den Prozess beeinflussen und ihn verzögern!“ Sie zeigte auf, welche vielfältigen positiven Effekte regelmäßige Bewegungsübungen bewirken und warum ausreichend Bewegung in jeder Altersphase benötigt wird.

              Im Alter IN FORM – ausgewogene Ernährung, mehr Bewegung und aktive soziale Teilhabe in Kommunen fördern

              Fachbeitrag von Prof. Dr. med. Tania Zieschang, Direktorin der Universitätsklinik für Geriatrie am Klinikum Oldenburg
              (Online-Seminar, 20. April 2021)

              Frau Prof. Dr. Zieschang skizzierte die Herausforderungen der Gesundheitssysteme und sozialen Systeme angesichts der alternden Gesellschaft, der Zunahme von demenziellen Erkrankungen und vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie. Deutlich wurde, welche Folgen Covid-19 insbesondere für ältere Menschen hat. Dies betrifft nicht nur das erhöhte Risiko schwerer Krankheitsverläufe.

                Die Pandemie führte bei vielen älteren Menschen zu sozialer Isolation. Ältere Menschen schränken bedingt durch Corona ihre Mobilität stärker ein und ihr Bewegungsradius reduziert sich. Inaktivität führt wiederum zum Muskelabbau und zur Verminderung der körperlichen Funktionalität. Die Pandemie hatte auch negative Auswirkungen auf die Ernährung, u.a. durch reduzierte Einkaufsmöglichkeiten von frischen Lebensmittelprodukten. Prof. Dr. med. Tania Zieschang betonte den hohen Stellenwert gesunder Verpflegung und gemeinsamer Mahlzeiten für ältere Menschen und die wichtige Bedeutung von Bewegungsangeboten zur Erhaltung der Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Balance. Sie endete mit dem Appell, die Erfahrungen aus der Corona-Krise für Veränderung zu nutzen.

                Download der Präsentation von Prof. Dr. med. Tania Zieschang

                  Die Fachtagungen der BAGSO sind Teil des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Projektes „Im Alter IN FORM – Gesunde Ernährung, mehr Bewegung, aktive Teilnahme in Kommunen fördern“.