Es folgt der Inhaltsbereich:

Verantwortung übernehmen

Die Zielsetzung, die Gesundheit und das Wohlbefinden älterer Menschen in der Kommune erfolgreich zu fördern, kann nur gelingen, wenn möglichst viele Träger und Akteure zusammenarbeiten. Jeder Partner kann seine Kenntnisse und Erfahrungen aus der bestehenden Seniorenarbeit wertvoll einbringen.

Eine Zusammenarbeit ermöglicht es allen Beteiligten, ein sehr umfassendes Bild zu erhalten von der Ausgangssituation und den Rahmenbedingungen in der Kommune, den vorhandenen Angeboten für Senioren, möglichen Bedarfen und Wünschen von speziellen Zielgruppen älterer Menschen, aber auch von den vorhandenen Ressourcen an Expertise, haupt- und ehrenamtlichen Akteuren sowie Räumlichkeiten für Veranstaltungen etc.

Welche Partner eingebunden werden können, zeigt die Checkliste zur Auswahl von Teilnehmenden in der Lenkungsgruppe.

Lenkungsgruppe übernimmt Federführung

Für eine gemeinsame zielgerichtete Vorgehensweise – ausgehend von der Analyse der Lebenssituation älterer Menschen und der Angebotsstruktur bis zur Planung und Umsetzung von erforderlichen Maßnahmen für ältere Menschen – ist eine „Lenkungsgruppe“ sinnvoll. Engagierte, führende Verantwortliche in der Kommune aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sollten die Lenkungsgruppe möglichst unter Federführung der Fachverwaltung bilden.

Ein solches Gremium hat die Möglichkeit, alle erforderlichen Informationen bezüglich der Lebenssituation der älteren Menschen, bereits bestehender Maßnahmen, vorhandener Ressourcen bei allen Partnern und auf kommunaler Ebene sowie wünschenswerter Veränderungen und Verbesserungen zusammenzutragen und gemeinsam zu bewerten. Ein Lenkungsgremium hat Verbindungen und Kontakte zu vielen Akteuren und kann daher mehr erreichen und auf kurzem Wege Entscheidungen treffen.

Bei einer Zusammenarbeit haben alle mehr Wirkungsmacht und damit auch Einfluss gegenüber politischen Gremien, um dem wachsenden Bedarf verschiedener Zielgruppen in den Sozialräumen mit entsprechenden Maßnahmen zu begegnen. Gleichzeitig können Träger gemeinsam Konzepte abstimmen und dafür Fördergelder beantragen. Dies gelingt in Gemeinschaft eher als bei vielen kleineren Einzelprojekten.

Sofern Träger nur auf der Basis ihrer Erfahrungen in ihrem Wirkungskreis Anstrengungen unternehmen, um für die eine oder andere Zielgruppe bestehende Angebote zu verbessern oder neu zu etablieren, ist nicht gewährleistet, dass in allen Sozialräumen alle Zielgruppen älterer Menschen berücksichtigt werden und alle Chancen genutzt werden. 

Ein Lenkungsgremium kann die Zielsetzung einer umfassenden Förderung des Wohlbefindens aller Zielgruppen älterer Menschen in den Sozialräumen (Quartieren, Stadtteilen oder Dörfern) neu beschließen bzw. vereinbaren und durch eine systematische und konsequente Planung und Umsetzung mit den Akteuren effektiv gestalten.

Start in die gemeinsame Aufgabe

Je nach Ausgangssituation in der Kommune kann es verschiedene Gründe bzw. Auslöser geben, die Gesundheitsförderung älterer Menschen als ergänzende Zielsetzung in die Seniorenarbeit zu integrieren:

  • Sofern bereits ein Netzwerk, ein Runder Tisch oder eine Arbeitsgruppe von Verantwortlichen in der Seniorenarbeit auf kommunaler Ebene besteht, können diese ggf. selbst die Initiative ergreifen und die Förderung des Wohlbefindens älterer Menschen als eine zentrale Aufgabe ihrer Zusammenarbeit beschließen.
  • Der Impuls kann auch von politischen Gremien oder der Verwaltung ausgehen und vom Netzwerk bzw. vom Kooperations- oder Lenkungsgremium aufgegriffen werden.
  • In manchen Kommunen kooperieren Verantwortliche und Akteure von Trägern der Seniorenarbeit bei einzelnen Aktivitäten bilateral oder mit mehreren Partnern, jedoch arbeiten sie nicht ständig als festes Gremium zusammen. Auf der Basis einer Eigeninitiative oder eines Impulses aus der Zivilgesellschaft könnten sie das Thema Gesundheitsförderung neu aufgreifen.

Durch Beschluss eines kommunalpolitischen Gremiums oder mit dessen Einverständnis greift die für die Seniorenarbeit zuständige Fachkraft in der Verwaltung die aktive Förderung des Wohlbefindens älterer Menschen als neuen Aufgabenbereich auf. Damit die Zielsetzung der Verbesserung der Angebote für ältere Menschen gelingt, sollte auch die Verwaltung möglichst viele Verantwortliche und Akteure in der Seniorenarbeit in einen partizipativen Prozess einbinden.

Vorgehensweise des Lenkungsgremiums

Je nach Ausgangssituation in der Kommune sollte die Vorgehensweise des Lenkungsgremiums gemeinsam abgestimmt werden.

Mögliche Ausgangsituationen:

Gesundheitsförderung erfolgt in geringem Maße punktuell.

Eine umfassende Analyse der Lebenssituation älterer Menschen liegt nicht vor.

Eine Zusammenstellung aller vorhandenen Angebote in den Bereichen Ernährung, Bewegung und soziale Teilhabe liegt nicht vor.

Der absehbare Bedarf der verschiedenen Zielgruppen älterer Menschen in der Kommune wurde noch nicht erörtert.

Mit der Zielsetzung der Verantwortlichen in der Seniorenarbeit, die Angebote für ältere Menschen in der Kommune zur Förderung des Wohlbefindens zu verbessern, trägt die Lenkungsgruppe dafür Sorge, die Aufgabenstellungen im Rahmen eines partizipativen Prozesses zu klären und die erforderlichen Handlungsschritte durchzuführen.

Mögliche Vorgehensweisen:

Auf der Basis der bestehenden Angebote und eines festgestellten Bedarfs spezieller Zielgruppen: gemeinsam mit Akteuren für Angebote bzw. Maßnahmen zur Verbesserung des Wohlbefindens der identifizierten Zielgruppe

  • Ideen entwickeln
  • Konzepte zur Umsetzung erarbeiten
  • Maßnahmen durchführen und
  • Ergebnisse bewerten

(siehe: BAGSO-Konzept „Potenziale in Kommunen aktivieren“)

Einen Überblick zur systematischen Vorgehensweise bei der Planung und Umsetzung von Angeboten zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens älterer Menschen gibt das BAGSO-Im Alter IN FORM-Konzept. Es erläutert, welche Handlungsschritte in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit allen Trägern und Akteuren der Seniorenarbeit sinnvoll sind, um bedarfsgerechte Angebote für die Zielgruppen zu entwickeln bzw. bestehende Angebote effektiv zu verbessern.

Start in die gemeinsame Aufgabe

Im Sinne der Qualitätssicherung sollten die Mitglieder der Lenkungsgruppe im Rahmen einer ersten Diskussionsrunde das grundlegende Verständnis der Ausgangssituation in der Kommune erörtern.

Wesentlich ist dabei eine gemeinsame Einschätzung

  • zum Altersbild bei den Akteuren und in der Öffentlichkeit der Kommune
  • zur Gesundheitskompetenz der Mitglieder der Steuerungsgruppe, der Akteure bei den Trägern und der Zielgruppen
  • zum Stand der Umsetzung der Gesundheitsziele „Gesund älter werden“ in der Kommune
  • zur wünschenswerten Gestaltung der Angebote: Welche Gesundheitsziele wollen wir in den nächsten 5 bis 10 Jahren erreichen? Welche kommunalen Rahmenbedingungen im Wohnumfeld für ältere Menschen wollen wir erreichen?
  • zum politischen Stellenwert der Gesundheitsförderung in der Kommune und
  • zur Rolle der Verwaltung bei der Unterstützung des gemeinsamen Prozesses zur Verbesserung der Angebote (z.B. durch Bereitstellung vorhandener personeller und finanzieller Ressourcen).

Die Ergebnisse der gemeinsamen Diskussion sollten als „Analyse der Ausgangssituation“ dokumentiert werden.

Weitere Informationen und Arbeitshilfen

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Konzept Lenkungsgruppe / Aufbau einer Lenkungsgruppe

Ablaufplan für die erste Sitzung der Lenkungsgruppe mit Verantwortungsträgern in der Seniorenarbeit

Download als PDF
 

Konzept Lenkungsgruppe
„Im Alter IN FORM Pilotkommune“

Download als PDF
 

BAGSO – Im Alter IN FORM:  Beratungsangebot für Verantwortliche in der kommunalen Seniorenarbeit. Verbesserung der Angebote für ältere Menschen insbesondere in den Bereichen ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und soziale Teilhabe

(inkl.  Anmeldebogen zur Unterstützung bei der Verbesserung der Angebote zur Gesundheitsförderung älterer Menschen in unserer Kommune)

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