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Erfolge messen, Maßnahmen bewerten!

Was wurde erreicht? Wo können wir besser werden?

Um Angebote für die unterschiedlichen Zielgruppen der älteren Menschen wirkungsvoll und bedarfsgerecht zu gestalten, weiterzuentwickeln und mit den vorhandenen Ressourcen effektiv in der Praxis umzusetzen, ist eine regelmäßige Bewertung oder Auswertung (Evaluation) von durchgeführten Maßnahmen und erzielten Ergebnissen unerlässlich.

Die Evaluation der Angebote ist ein wichtiges Steuerungsinstrument, um fundierte Informationen und Ansatzpunkte zur Verbesserung von Konzeption, Umsetzung und Wirkung der jeweiligen Maßnahmen und des Angebotsspektrums insgesamt zu erhalten.

Gründe für eine Evaluation

Im Rahmen der Gesundheitsförderung lautet bei der Auswertung von Maßnahmen eine der wichtigen Fragen: Sind die gewünschten Zielsetzungen für die Gesundheitsförderung von älteren Menschen erreicht worden und welche gewünschten Wirkungen oder positiven Effekte sind tatsächlich eingetreten?

Zum Beispiel:

  • Nehmen ältere Menschen regelmäßig am Mittagstisch teil, konnte die Anzahl der Teilnehmenden am Mittagstischangebot erhöht werden?
  • Wird der neu etablierte Fahrdienst tatsächlich genutzt?
  • Fühlen sich ältere Menschen weniger einsam, wenn sie an den Angeboten teilnehmen?
  • Werden mindestens 80 Prozent (beabsichtigte Zielmarke) der alleinlebenden Menschen regelmäßig besucht?
  • Werden in allen Seniorentreffs regelmäßig Bewegungsübungen mit den teilnehmenden älteren Menschen durchgeführt?

Die Bewertung/Evaluation von durchgeführten Maßnahmen sollte für alle Initiatoren und Träger von gesundheitsfördernden Angeboten bzw. Vorhaben eine selbstverständliche Pflichtaufgabe sein, u.a. aus den folgenden Gründen:

In erster Linie ist es von Interesse, ob die Angebote für die älteren Menschen tatsächlich einen positiven gesundheitlichen Effekt haben und einen Beitrag zum Erreichen der Gesundheitsziele leisten. Wenn dies der Fall ist, kann das Angebot fortgeführt und ggf. ausgebaut werden.

Darüber hinaus ist zu bedenken: Die Träger der Seniorenarbeit, einschließlich die Fachverwaltung und politische Gremien in der Kommune, stellen ggf. für Maßnahmen zur Gesundheitsförderung sowohl Fachpersonal als auch Sachmittel zur Verfügung. Dies sind zweckgebundene Ressourcen, die für andere Maßnahmen in der Kommune nicht zur Verfügung stehen. Es sollte sichergestellt werden, dass diese Ressourcen sinnvoll und nutzbringend und auch effizient eingesetzt werden. Dies gilt gleichermaßen für Fördermittel von Stiftungen oder der „Öffentlichen Hand“, also Steuergelder, Spenden oder Mitgliedsgebühren.

Ziele und Ablaufpläne evaluieren

Die Evaluation hilft zu erkennen, ob die gesetzten Ziele/Wirkungen erreicht wurden, der Zeitplan eingehalten wurde, der Ablauf gut geplant war. Sie belegt aber auch, welche Ziele nur annährend oder gar nicht erreicht wurden, ob ein Ablaufplan gewisse Rahmenbedingungen nicht berücksichtigt hat oder ob unvorhergesehene Ereignisse eine Umsteuerung notwendig machten.

Ein Soll-Ist-Vergleich (Ziele/Ergebnisse) kann nur dann zufriedenstellend durchgeführt werden, wenn die Ziele konkret – im Sinne der SMART-Formel (siehe Qualitätsbaustein 11) – definiert wurden.

Ebenso kann der Prozess zur Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen nur dann adäquat bewertet werden, wenn das Konzept exakt aufzeigt, durch welche Vorgehensweise, mit welchen Mitteln und in welchem Zeitrahmen die Ziele – d.h. Meilensteine (siehe Qualitätsbaustein 12) – erreicht werden sollen.

Nur wenn bei der Planung, Organisation und Umsetzung eines Angebotes die verschiedenen Bedarfe, Interessen und die Leistungsfähigkeit der jeweiligen Zielgruppe der älteren Menschen und ebenso auch die Möglichkeiten der Akteure und die vorhandenen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden, wird das Angebot das gewünschte Ergebnis erreichen, d.h. von der Zielgruppe angenommen werden und einen wirksamen Beitrag zur Gesundheitsförderung älterer Menschen leisten.

Hierzu bietet der Leitfaden „Qualitätskriterien für Planung, Umsetzung und Bewertung von Maßnahmen mit dem Fokus auf Bewegung, Ernährung und Umgang mit Stress“ wertvolle Informationen (siehe Qualitätsbaustein 3)

Durchführung einer Evaluation

Je nach Intervention und Zielsetzung von Projekten oder Maßnahmen gibt es verschiedene Perspektiven auf den Evaluationsprozess:

Evaluationszyklus
ausgehend von der Zielsetzung


(z.B. die Zielsetzung, ein Mittagstischangebot für alle älteren Menschen in der Kommune zu etablieren)

Quelle:
Niedersächsischer Bildungsserver (NiBiS)
 

Evaluationszyklus
ausgehend von einer Problemstellung

(z.B. die Problemstellung, dass bei 80 Prozent der gefährdeten älteren Menschen im Stadtteil ein Einsamkeitsempfinden festgestellt wurde)

Ausgehend von der konkreten Zielsetzung oder Problemstellung sind Prozesse, Meilensteine und Abläufe zu planen, in denen eindeutige Indikatoren (Daten oder Fakten) festgelegt sein sollten, um am Ende des Prozesses den Erfolg und die Wirkung messen zu können!

Eine gute Hilfestellung für die Planung der Evaluation im Verlauf des Prozesses gibt die Evaluationstabelle (Quelle: Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz)

Verfahren und Instrumente für eine Evaluation

Zur Evaluation von Maßnahmen zur Förderung des Wohlbefindens älterer Menschen im Rahmen der Seniorenarbeit können vielfältige Verfahren und Instrumente angewendet werden, die je nach Umfang und Zielsetzung der Evaluation in Kooperation oder mit Unterstützung von spezialisierten Instituten oder in Zusammenarbeit mit Hochschulen oder Universitäten durchgeführt werden sollten.

Eine ausführliche Darstellung möglicher Vorgehensweisen bei der Planung, Konzeption, Wahl der geeigneten Instrumente und der Berichterstattung zur Evaluation in der Gesundheitsförderung ist auf der Webseite der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz zu finden.

Bei Arbeitstagungen/Veranstaltungen im Rahmen des partizipativen Prozesses zur Verbesserung von Angeboten zur Förderung des Wohlbefindens älterer Menschen bzw. zur Integration gesundheitsfördernder Angebote im Alltag der Seniorenarbeit sollte regelmäßig das Feedback der Teilnehmenden eingeholt werden. Hierzu können kurze Stellungnahmen der Teilnehmenden nach der Blitzlicht-Methode dienen, um Veranstaltungen bezüglich der Inhalte und des Verlaufs zu bewerten. Über verschiedene Feedback-Methoden informiert das Arbeitsblatt „Feedback-Regeln für eine wirksame Rückmeldung“.

Feedback-Regeln für eine wirksame Rückmeldung

In dem Arbeitsblatt werden die Bedeutung einer Feedback-Kultur und verschiedene Feedback-Methoden zur Evaluation von Veranstaltungen, Gremiensitzungen oder Arbeitstreffen dargestellt.

Arbeitshilfen zur Evaluation

weiter

Um eine detailliertere Stellungnahme von Teilnehmenden zu einer Veranstaltung im Rahmen des partizipativen Prozesses auf kommunaler Ebene zu erhalten, werden in dem Projekt Im Alter IN FORM für schriftliche Befragungen der Akteure verschiedene Evaluationsbögen eingesetzt, die in Zusammenarbeit mit einem Evaluationsinstitut entwickelt wurden. Die bisher eingesetzten Evaluationsbögen stehen hier zum Download zur Verfügung:

Evaluationsbögen für die Steuerungsgruppe

Evaluationsbogen 1: Selbstevaluation der Steuerungsgruppe

Evaluationsbogen 2: Evaluierung der Werkstatt und der Arbeitsgruppen durch die Steuerungsgruppe

Evaluationsbogen 3: Evaluierung des Zwischenstandes im Prozess durch die Steuerungsgruppe

Evaluierung der Werkstattveranstaltung

Feedback-Bogen für die Teilnehmenden

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