Es folgt der Inhaltsbereich:

Da muss was geschehen!

Ideen und Ziele entwickeln

Der nächste wichtige Schritt auf dem Weg, um die Gesundheitsziele „Gesund älter werden“ zu erreichen, ist die Entwicklung von Ideen zur Verbesserung der Angebote zur Förderung des Wohlbefindens älterer Menschen.

Handlungsbedarf bewerten

Verantwortliche in der Seniorenarbeit, die tagtäglich mit den Lebenssituationen älterer Menschen konfrontiert werden, kennen meist den aktuellen dringenden Handlungsbedarf, der durch die Erhebungen im Rahmen der Situationsanalyse zu Beginn des Prozesses durch konkrete Daten bestätigt und quantifiziert werden kann. Sie haben daher erfahrungsgemäß auch schon Vorstellungen, wie dem Handlungsbedarf auf kommunaler Ebene begegnet werden kann. Diese Vorstellungen sollten in der Lenkungsgruppe erörtert und ggf. erweitert oder modifiziert werden. Sofern dazu Einvernehmen hergestellt wird, sollten klare Zielsetzungen vereinbart werden.

Für die während der Arbeitstagung/Werkstattveranstaltung im Rahmen der Stärken-/ Schwächenanalyse entdeckten Angebotslücken für ältere Menschen generell oder für spezielle Zielgruppen sollten mit den Akteuren gemeinsam Ideen für Verbesserungen erarbeitet werden.

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass eine Verbesserung der Angebote im Hinblick auf die Gesundheitsziele je nach Ressourcen, Fähigkeiten und/oder der Bereitschaft der Beteiligten in der Kommune auf verschiedenen Wegen erreicht werden kann.

Mögliche Wege zur Verbesserung der Angebote

Eine Verbesserung der Angebote kann durch viele „kleine“ Schritte vorangebracht werden, indem z.B. bei allen Angeboten durch Information und Weiterbildung der Akteure neue Akzente gesetzt werden, die gemeinsam zu einer neuen Qualität der Seniorenarbeit führen können.

Der Weg der kleinen Schritte bietet den Vorteil, dass die Akteure nicht durch zu große Schritte überfordert werden und die Motivation für Veränderungen verlieren. Wenn sie jedoch nach und nach Erfolg und Freude bei den neuen Aktivitäten erfahren, dann werden sie auch nach und nach weitere Initiativen mittragen. Für viele Akteure bedeutet die aktive Mitwirkung bei der Verbesserung der Angebote auch, dass sie ein neues Rollenverständnis entwickeln. Wenn sie sich zu der Neuausrichtung der Angebote bereit erklären, übernehmen sie auch eine neue Verantwortung als Multiplikatoren. Dabei sollte man sie unterstützen und mit ihnen ihre Erfahrungen erörtern. Der regelmäßige Informations- und Erfahrungsaustausch stärkt ihr Engagement für die Gesunderhaltung der älteren Menschen, führt zu neuen Erkenntnissen und macht Mut Neues auszuprobieren.

Falls ein gravierender Mangel an gesundheitsförderlichen Angeboten bzw. deutliche Angebotslücken – z.B. fehlende Menüangebote für eine nährstoffreiche Ernährung, fehlende Mobilitätsangebote oder zu wenig Angebote zur gesellschaftlichen Teilhabe oder für spezielle Zielgruppen älterer Menschen – festgestellt wurden, so müssen Ideen für umfassendere Maßnahmen und konkrete Lösungsansätze erarbeitet werden. Oftmals sind für die Umsetzung von umfassenden Maßnahmen auch zusätzliche Ressourcen, mehr Akteure oder Akteure mit speziellen Fachkenntnissen und Fähigkeiten, zusätzliche Räume, Fahrdienste oder Sachmittel erforderlich. Damit stellt sich für die Verantwortlichen die Frage der Finanzierung und der Gewinnung neuer haupt- oder ehrenamtlicher Akteure. Hinsichtlich der Finanzierung können verschiedene Möglichkeiten geprüft werden. Dabei sollten Personen mitwirken, die bereits Erfahrungen bei der Erschließung von öffentlichen Fördermitteln auf Kreis-, Verbands-, Landes-, Bundesebene, Zuschüssen, Spenden etc. haben. Unter folgendem Link sind einige Ideen zusammengestellt.

Ideen ordnen

Wenn viele Verantwortliche und Akteure ihre Ideen zur Verbesserung von Angeboten für eine oder mehrere Zielgruppen einbringen oder in der Projektgruppe verschiedene Vertreter von Trägern aus ihrer Sicht einen Vorschlag machen, ist es sinnvoll, alle Ideen, die auf dem Tisch liegen, zu ordnen.

Wenn zu viele Ziele und Ideen verfolgt werden, kann dies zu Irritationen oder zur Überforderung und Demotivation der Mitstreiter und Akteure führen. Hier ist es wichtig, eine Priorisierung der Ziele vorzunehmen. Hilfreich ist dabei ein „Ideenspeicher“.

Als Ideenspeicher kann eine PIN-Wand oder ein Arbeitsblatt dienen.

Alle Ziele werden aufgelistet. Anschließend markieren alle teilnehmenden Akteure mit Klebepunkten maximal drei Ziele, die ihnen am wichtigsten sind. Anhand der Summe aller vergebenen Punkte wird ermittelt, welche Ziele oberste Priorität haben!

Klare Zielformulierungen – Grundlage des Erfolgs

Akteure und Verantwortliche in der Lenkungsgruppe oder in der Werkstattveranstaltung, die gemeinsam Ideen bzw. eine Prioritätenliste für Vorhaben abgestimmt haben, müssen zunächst ihre Ziele sehr klar definieren. Nach dem Motto „Wer das Ziel kennt, wählt den richtigen Weg“ ist die eindeutige Zielformulierung die Grundlage für eine effektive und erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen.

Die Zielformulierung sollte den Qualitätskriterien gemäß dem SMART-Modell entsprechen.

SMART steht für

S =  spezifisch, d.h. sehr konkret

M = messbar, d.h. es müssen Parameter definiert werden, die angestrebt werden und anhand derer man den Erfolg messen kann

A =attraktiv, d.h. für die Akteure muss das Ziel auch wünschenswert sein, sonst engagieren sie sich nicht entsprechend

R = realistisch, d.h. das Ziel muss mit den vorhandenen Ressourcen auch im vereinbarten Zeitraum umsetzbar sein

T =  termingerecht, d.h. es sollte ein klarer Zeitpunkt für die Fertigstellung im Ziel festgelegt werden

Quelle: https://karrierebibel.de/zielstrebigkeit-ziele-erreichen


Zielformulierung S M A R T formuliert

Beispiel: „Ab dem 1. August 2020 wird ein wöchentliches Mittagstischangebot, bestehend aus nährstoffreichen und leckeren Mahlzeiten zum kostendeckenden Preis von 4,80 €, an dem durchschnittlich 25 ältere Menschen aus der Kommune/dem Quartier teilnehmen, verfügbar sein.“