Es folgt der Inhaltsbereich:

Praxisbeispiele

Angebote zur Förderung der Bewegung gestalten

Die Förderung der Bewegung älterer Menschen – in der Kommune, im Quartier oder im Dorf – hat viele Facetten. Die Gestaltung eines altersfreundlichen Wohnumfeldes beginnt mit dem Abbau von Barrieren im öffentlichen Raum. So sollten beispielsweise Gehwege für Rollstuhlfahrer oder für Personen mit körperlichen Einschränkungen barrierefrei nutzbar sein. Absenkungen an Überwegen oder Ampeln erleichtern die sichere Überquerung der Straße. Bänke entlang der Gehwege ermöglichen älteren Menschen mit verminderter Leistungsfähigkeit eine kleine Erholungspause. Barrierefreiheit ist für ältere Menschen bedeutsam, damit sie sich trauen, selbstständig ihre Wohnung zu verlassen. In der dunklen Jahreszeit sind gut ausgeleuchtete Gehwege ebenso wichtig. Es gibt zahlreiche Ideen, um Angebote für eine gesundheitsförderliche Bewegung älterer Menschen im Wohnumfeld zu gestalten. Dies zeigen folgende Praxisbeispiele:

Barrieren abbauen

Gestaltung eines altersfreundlichen Wohnumfeldes

Weiterführende Anregungen zur Gestaltung eines altersfreundlichen Wohnumfeldes bieten die Broschüren des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen:

Bewegungs- und gesundheitsförderliche Kommune. Evidenzen und Handlungskonzept für die Kommunalentwicklung – ein Leitfaden
(Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen, 2012)

Planungshilfe für die Umsetzung von Maßnahmen zur Vermeidung von Stürzen und Sturzfolgen für in der Gemeinde lebende Seniorinnen und Senioren in NRW
(Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen, 2016)
Link geht nicht!

Schaffung von Bewegungs- und Trainingsmöglichkeiten im öffentlichen Raum

Bewegungsparcours in Hessen

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration hat das Projekt „Aufbau von Bewegungsparcours für Seniorinnen und Senioren“ in Hanau und Darmstadt erprobt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten von neu gewonnener Bewegungsfähigkeit, mehr Sicherheit im Alltag und größerer Lebensfreude durch den Kontakt in der Gruppe. Die Nutzung der Geräte unterstützt den Kreislauf sowie Koordination und Beweglichkeit. Die Parcours wurden überdies zu gern besuchten Treffpunkten in der Kommune. Die Erfahrungen aus dem Projekt sind in einem Leitfaden zur Einrichtung von Bewegungsparcours veröffentlicht:

Bewegung für Gesundheit im Alter. Leitfaden für die Einrichtung von Bewegungsparcours (Hessisches Sozialministerium, 2013)

Esslinger Bewegungstreffs

Das „Esslinger Modell“ und das Projekt des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald „BUS“ möchten ältere Menschen niederschwellig an mehr Bewegung heranführen, ihre Beweglichkeit verbessern und Stürzen entgegenwirken. Dazu finden regelmäßig im Freien – ohne hohe sportliche Anforderungen – gesellige Bewegungstreffs in Wohnsitznähe statt. Unter fachkundiger Anleitung werden Übungen der „Fünf Esslinger“, eines anerkannten Übungsprogramms für Menschen in der zweiten Lebenshälfte, z.B. auf Kinderspiel- oder Sportplätzen vermittelt.

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„Bewegte Apotheke“ in Stuttgart

Das Bewegungsangebot für ältere Menschen, die „Bewegte Apotheke“, wird von der Stadt Stuttgart durchgeführt und koordiniert. Die Bewegte Apotheke gibt es in Stuttgart seit 2013. Als Teil des städtischen Programms „Fit ab 50“ fördert das Bewegungsangebot regelmäßige körperliche Aktivität für ein gesundes Altern. Im Zentrum steht nicht der Leistungsgedanke, sondern die Freude an der Bewegung. In Kooperation mit dem Amt für Sport und Bewegung, dem Sportkreis und dem Turngau Stuttgart e.V. unterstützen in der neuen Saison zwölf Apotheken zusammen mit Sportvereinen und Institutionen den aktiven Lebensstil älterer Menschen. Auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wartet ein aktivierender Stadtteilspaziergang mit Gymnastikelementen. Die Übungsleiter aus den Stuttgarter Sportvereinen gehen dabei auf das Interesse und die körperliche Leistungsfähigkeit der Teilnehmenden ein. Es besteht auch die Möglichkeit, Schrittzähler und Nordic Walking-Stöcke auszuprobieren.

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„Trittsicher durchs Leben“

Bei dem Programm „Trittsicher durchs Leben“ steht die aktive und mobile Lebensgestaltung älterer Menschen im ländlichen Raum im Vordergrund. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprogramm der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen LandFrauenverband e.V. (dlv), dem Deutschen Turner-Bund e.V. (DTB) und dem Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK). Ziel der Trittsicher-Bewegungskurse ist es, Kraft und Gleichgewicht zu trainieren. Die Kurse werden von speziell geschulten Kursleitern angeboten und von Landfrauen organisiert. Sie finden in Räumlichkeiten von Sportvereinen, in Gemeindehäusern oder Gaststätten statt. Die Kosten für die Trittsicher-Bewegungskurse werden weitgehend von den Krankenkassen übernommen.

Weitere Informationen zum Programm „Trittsicher durchs Leben“

„Gesundheitswandern“

Gesundheitswandern hält fit auf ganzer Linie – und für die gute Linie. Wandern verbrennt fast genauso viele Kalorien pro Kilometer wie Joggen. Wer regelmäßig wandert und sich gesund ernährt, fühlt sich wohler. Bewegung an der frischen Luft entspannt und lässt Sie nachts besser schlafen. Wandern macht gute Laune – besonders zusammen mit Gleichgesinnten. Beim Wandern können Sie neue Kontakte knüpfen und neue Freunde finden.

Beim „Gesundheitswandern, zertifiziert nach Deutscher Wanderverband“ passiert das Besondere unterwegs: Beim Wandern und an schönen Plätzen in der Natur werden ausgewählte Übungen gemacht. Verspannt vom hektischen Alltag? Atemübungen entspannen. Stolpersteine bringen Sie schnell aus dem Gleichgewicht? Trainieren Sie den sicheren Gang gemeinsam mit einem Partner! Der Rücken schmerzt vom schweren Heben? Lernen Sie, wie es richtig geht, und trainieren Sie. Gesundheitswandern tut gut und macht vor allem eins – Viel Spaß!

Angeleitet werden Gesundheitswanderungen von vom Deutschen Wanderverband ausgebildeten und zertifizierten Gesundheitswanderführerinnen und -wanderführern.

Link zur Webseite und Broschüre: Gesundheitswandern. Bewegen - Entspannen - Begegnen

 

„Ich bewege mich – mir geht es gut!“

Mit der Kampagne „Ich bewege mich – mir geht es gut“ möchte die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) auf die positiven Auswirkungen von Bewegung aufmerksam machen und leicht zugängliche Bewegungsangebote für ältere Menschen in ihrem Wohnumfeld und im öffentlichen Raum fördern. Leicht zu erreichende Treffpunkte und einfach auszuführende Übungen sollen zu mehr körperlicher Aktivität im Alter motivieren. Geleitet werden die Übungen von ehrenamtlich tätigen Bewegungsbegleitern, die von den beteiligten Turnerbünden geschult werden. Im Rahmen der Kampagne werden Runde Tische zum Thema Bewegung initiiert. Die Mitglieder tauschen sich bei ihren Treffen über bestehende Bewegungsangebote aus und entwickeln gemeinsam neue Angebote, die die Gesundheit und Lebensfreude älterer Menschen und das soziale Miteinander fördern.

Übersicht der Bewegungsangebote und der örtlichen Runden Tische im Rahmen der Kampagne

Anregungen für Angebote, Kooperationen und Netzwerke

„Aktiv, gesund und fit mit DLRG 50 plus“ in Mecklenburg-Vorpommern

Das Angebot „Aktiv, gesund und fit mit DLRG 50 plus“umfasst Schwimmen und wassergymnastische Übungen. Wöchentlich sind 115 ältere Menschen im Alter von 60 bis 88 Jahren aktiv. Auch Nordic Walking, Tanzen, Gymnastik und Sitzgymnastik werden angeboten. Spezielle Gesundheitstage, Ernährungs- und Zahnberatungen sowie Kochnachmittage stehen auf dem Programm. Jährlich findet ein Präventionskurs „Aqua-Gym 50plus“ in Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse statt. Der Olympische Sportbund hat diesen Kurs mit dem Qualitätssiegel „Sport pro Gesundheit“ ausgezeichnet.

Aus den Angeboten haben sich feste Gemeinschaften entwickelt, in denen man sich bei alltäglichen Aufgaben, Arztfahrten, Einkaufshilfen, Unterstützung bei Krankheit und familiären Problemen hilft. Weitere Gruppenveranstaltungen tragen wesentlich dazu bei, dass Ältere sich in ihrem Lebensumfeld sicher und behütet fühlen. Die Vielfalt des Angebotes ist nur durch die Vernetzung zahlreicher Organisationen, Vereine und Institutionen möglich. Koordiniert wird das Bewegungsangebot DLRG 50 plus von der DLRG-Ortsgruppe Fischland und dem Seniorenbeirat Ostseebad Wustrow.

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„In Schwung im Alter“ in Karlsruhe

„In Schwung im Alter“ ist ein präventives Gesundheitsprojekt eines Netzwerkes von verschiedenen Trägern für Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Unter der Federführung des Netzwerkbeirates der Stadt Karlsruhe, der die fachliche Qualität und die Nachhaltigkeit der Angebote sichert, werden eine Vielzahl offener Bewegungsangebote in allen Stadtteilen durchgeführt. Die Teilnahme an den Angeboten ist in den ersten sechs Wochen kostenfrei, danach wird ein geringer Beitrag erhoben. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Mitglieder des Netzwerkes sind Kirchengemeinden, Vereine, Institutionen, Alteneinrichtungen, Altentreffs und engagierte Bürgerinnen und Bürger. Die Netzwerkpartner in den jeweiligen Quartieren und Stadtteilen treffen sich an „Runden Tischen“ zur Koordination der Angebote. Das Bewegungsprogramm umfasst Gymnastik, Kraft- und Ausdauertraining und  wird unter professioneller Leitung in den Räumen der Netzwerkpartner durchgeführt.

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„moment!“ – motorisches und mentales Training in Hessen

DasTrainingsprogramm richtet sich an Menschen mit Demenz sowie an ihre Angehörigen. Das Bewegungsangebot „moment!“ wurde von der Diakonie Hessen zusammen mit der Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen entwickelt. Auch pflegebedürftige und alte Menschen können das Angebot nutzen. Die Tanz- und Bewegungsangebote werden vom Stiftungsfonds DiaDem der Stiftung Diakonie Hessen gefördert.

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„Sicher- und Aktivsein im Alter“ – Programm zur Sturzprävention der AOK

Das Programm der AOK Nordost für die ambulante Sturzprävention umfasst ein spezielles Kraft- und Balancetraining sowie ein Beratungsangebot zur Sturzvermeidung im Wohn- und Lebensumfeld. In Berlin und Brandenburg kooperiert die Gesundheitskasse dazu unter anderem mit Seniorenbegegnungsstätten, Mehrgenerationen- und Nachbarschaftshäusern. In Mecklenburg-Vorpommern wird die ambulante Sturzprävention über einen Vertrag umgesetzt, dem rund 190 Pflegedienste beigetreten sind: Pflegekräfte bilden sich zur Sturzprävention weiter und setzen das Programm mit AOK-Versicherten in deren häuslichem Umfeld oder in Trainingsgruppen um. Im stationären Bereich bietet die Kasse das Programm „Aktiv bleiben im Pflegeheim“ an.

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„Lange mobil und sicher zu Hause“ – Ambulante Bewegungsangebote in Brandenburg

In Brandenburg wird ein Netzwerk aufgebaut, um alte und hochaltrige Menschen in ihrem eigenen Zuhause zu erreichen und zu betreuen. Anknüpfend an erprobte Schulungskonzepte werden engagierte haupt- und ehrenamtliche Akteure lokaler Träger zu Projektinitiatoren weitergebildet und landesweit vernetzt. Sie bauen vor Ort Gruppen ehrenamtlicher Begleiter auf, die durch eine Qualifizierung befähigt werden, beim Besuch alter Menschen im eigenen Zuhause Bewegungsförderung und Sturzprävention mit Kontaktpflege, Aktivierung und Unterstützung bei Alltagsfragen zu verbinden. Andere orientieren ihre Helferkreise und Betreuungsangebote verstärkt auf mehr Bewegung sowohl zu Hause als auch in kleinen Betreuungsgruppen.

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Leitfäden zur Etablierung von Bewegungsangeboten

Gemeinsam mehr bewegen. Gute Argumente und Berliner Beispiele für Bewegungsförderung im Alter.

 (Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V., 2012)

In dieser Publikation stellt das Zentrum für Bewegungsförderung Berlin Konzepte vor, wie Akteure und Institutionen im Stadtteil wirksam zusammenarbeiten können, damit „Berlin auf die Beine kommt“. Es wird dargestellt, wie die interkulturelle Öffnung der Bewegungsförderung gelingt und wie sozial benachteiligte Menschen einbezogen werden können. Zahlreiche Beispiele werden beschrieben.

Download der Broschüre

Projektdokumentation „Bewegungsnetzwerk 50 plus“

(Deutscher Olympischer Sportbund, 2012)

Die Dokumentation des Deutschen Olympischen Sportbundes beschreibt Strategien zur Bewegungsförderung für ältere Menschen und gibt Handlungsempfehlungen zur Netzwerkarbeit im Sport. Ausführlich werden beispielhafte Bewegungsangebote vorgestellt, die bereits in zahlreichen Städten und Gemeinden Deutschlands erfolgreich erprobt wurden.

Download der Broschüre

Projektdatenbank „Gesund & aktiv älter werden“

(Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

Die Projektdatenbank bietet einen bundesweiten Überblick über gesundheitsfördernde Angebote, die sich speziell an ältere Menschen richten. Die aufgeführten Praxisbeispiele und Arbeitshilfen geben Anregungen von der Praxis – für die Praxis.

Zur Projektdatenbank

Dokumentation Bundeswettbewerb „Gesund älter werden in der Kommune – bewegt und mobil“

(Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / Deutsches Institut für Urbanistik, 2016)

Die Dokumentation beschreibt kommunale Konzepte zur Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen, die im Rahmen des gemeinsam von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dem Deutschen Institut für Urbanistik, den kommunalen Spitzenverbänden und dem Verband der Privaten Krankenversicherung ausgelobten Wettbewerbs durchgeführt wurden.

Download der Dokumentation

Handlungsleitfaden „Im Alter AUF Leben“

(Deutscher Turner-Bund)

Der Handlungsleitfaden beschreibt, wie Bewegungsangebote für hochaltrige Menschen und Personen mit Demenz nachhaltig vor Ort gestaltet und durch Kommune und Verein etabliert werden können.

Download auf der Website des DTB

Gesundheitssport für ältere Menschen

(Website des Deutschen Olympischen Sportbundes)

Der Deutsche Olympische Sportbund informiert auf seiner Website über das Thema „Gesundheitssport im Alter“. In vielen Fällen ist Sport ein wichtiger Bestandteil medizinischer Rehabilitation. Bluthochdruck, Herzbeschwerden, hohe Zuckerwerte und Übergewicht sind deshalb kein Grund, auf Sport zu verzichten. Auf der Website werden neue Angebotsformen im Seniorensport vorgestellt, die auch für hochaltrige Menschen geeignet sind. Auch über Verletzungsgefahren und Erkenntnisse der Sportmedizin wird informiert.

Website des DOSB

Materialien auf der Webseite von IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung

Auf der Webseite von IN FORM stehen folgende Ratgeber für Seniorinnen und Senioren kostenlos zum Download zur Verfügung:

Weitere Informationen bietet die IN FORM-Webseite „Bewegung als Schlüssel für gesundes Altern“

Übersicht: Bewegungsfördernde Interventionen in der Pflege

Die Online-Übersicht bündelt wissenschaftlich erprobte und empfehlenswerte Konzepte und Programme zu bewegungsfördernden Gruppeninterventionen bei älteren Menschen in der stationären Langzeitversorgung.

Webseite des Zentrums für Qualität in der Pflege